Gegen die Zeit

Die Zeit scheint sich gegen einen zu sträuben. Die Vergangenheit will nicht verändert werden, ist ein Satz im Buch Der Anschlag von Stephen King. Krankheit stellt sich George Amberson in den Weg, als er Geschicke in der Vergangenheit zum Guten wenden will. Ob das für die Gegenwart und Zukunft gleichfalls gilt, frage ich mich darauf. Der Körper zeigt Symptome, wenn sich was im Inneren aus Furcht oder Angst gegen eine Handlung sträubt.

Die Angst ist ein Instrument, Starre zu erzeugen. Wie gefährlich ist COVID 19 wirklich? Herdenimmunität hat es zur Zeit der Pocken nicht gegeben, weil sie den unwiderruflichen Tod zur Folge hatten. Es gab nur das Eindämmen und Abgrenzen. Für Viren gibt es das Aushungern. Voraussetzung ist, den Fettstoffwechsel in Gang zu bringen bzw. auf Touren zu halten. Darauf verweisen Mediziner und Wissenschaftler.

Wenn Nudeln gehortet werden, sollten diese nicht nur gegessen, sondern auch dementsprechend verbrannt werden, lässt sich der Schluss ziehen. Das klingt vermutlich keineswegs attraktiv. Starre und Abwarten aus Angst vor Corona sind schmerzfreier und lassen sich besser vermitteln. Solch einen Eindruck vermittelt zumindest bis auf Ausnahmen das weltweite Handlungsspektrum der Staaten. Das ist wie ein alles umspannender Nebel. Wer den Nebel der üblichen Berichterstattung etwas lichten möchte, findet auf swprs.org sehr gute Anregungen. Mein Dank gilt allen, die der Corona-Pandemie mit Augenmaß und Sachverstand entgegen treten!

Die neue Corona-Normalität

Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) geht deutschen Medienberichten zufolge davon aus, dass die Coronavirus-Pandemie die Gesellschaft noch für lange Zeit prägen werde. „Wir müssen eine neue Normalität entwickeln, die uns viele Monate und wahrscheinlich bis ins neue Jahr hinein begleiten wird“, sagte Scholz bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in Berlin. Solange es keinen Impfstoff gebe, müsse sich die Gesellschaft so organisieren, dass eine Kontrolle des Infektionsgeschehens und ein gutes wirtschaftliches und soziales Leben gleichzeitig möglich seien.

Die Diskussion um eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften vermittelt den Eindruck, dass dieser neuen Normalität Genüge getan ist, wenn diese Pflicht kommt. Zusammen mit einer App sind alle dann sicher vor nächsten drohenden Wellen. Das Immunsystem erfreut sich vor diesem Hintergrund keiner großen Beachtung und bleibt Fachleuten vorbehalten. Sich gegen COVID-19 mittels Bewegung und Ernährung fit zu machen, ist im Lockdown wenig trendig. Die Angst vorm Virus ist so groß, dass Bier und Korn aus dem Supermarkt als Trost in der neuen Corona-Normalität reißenden Absatz finden. Auch der Tabakkonsum bleibt en vogue, dem Virus ein Einfallstor zu ebnen. Und die Schweden stehen am Pranger, weil sie anders agieren. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier beziffert derweil den Bedarf mit bis zu zwölf Milliarden Schutzmasken pro Jahr. Dass Vorsorge und ein intaktes Immunsystem besser schützen als solche Masken, bleibt im Dunkeln. Dann lieber mit der Herdenimmunität die Panik schüren.

Genug ist genug

Der Film Das Boot von Wolfgang Petersen ist einmalig. Er ist authentisch und gibt ein realistisches Abbild vom U-Boot-Einsatz im zweiten Weltkrieg. Die achtteilige Sky-Serie mit gleichnamigen Titel, die mittlerweile auch im ZDF ausgestrahlt wurde, verfremdet indes. Eingebaute Szenarien weisen auf die Sicht von heute hin. Der zweite Weltkrieg dient dabei als Kulisse. Als ob dieser an sich nicht schon grausam genug wäre, treiben Gewalt, Sex und Drogensucht das Ganze auf die Spitze. Eine Mischung aus Hollywood und Thriller sorgt für Spannung, um im Bann zu halten. Die Authentizität des Geschehens bleibt dabei auf der Strecke.

Sowohl die Resistance in Frankreich als auch die geheime U-Boot-Mission sind hier Ausdruck einer erdachten Geschichte, die das wirklich historische Geschehen nahezu ausblenden. Bücher zum französischen Widerstand geben ein anderes Bild ab. Eine morphiumabhängige und lesbische Kämpferin in den Mittelpunkt zu stellen, ist ein gewagtes Unterfangen und wird den Beteiligten von damals nicht gerecht. Eine Meuterei auf einem deutschen U-Boot ist ebenfalls eine Zumutung und erinnert an Piratenfilme und den Klassiker Meuterei auf der Bounty. Der Film Crimson Tide bietet die Steilvorlage für Befehlskonflikte und die technischen Ausfallprobleme im Boot. Die Absurditäten steigern sich von Folge zur Folge. Eine Fortsetzung ist geplant.

Das Geschehen an Land startet durchaus in einem für die damaligen Verhältnisse vorstellbaren Rahmen. Eine verbotene Beziehung und die Konflikte in diesem Kontext erscheinen nachvollziehbar. Doch die konstruierte Verbindung der Schwester des Funkmaat Strasser zur Widerstandskämpferin Carla Monroe lässt das Ganze aus dem Geleise kommen und deutet ganz klar auf die gegenwärtige Vorstellungswelt der Filmemacher hin. Was hätte wohl Lothar-Günther Buchheim dazu gesagt, was für eine übersteigerte Thrillerstory diese aus seinem historischen Filmstoff konstruiert haben.

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