Aktenzeichen XY

Wer hätte das gedacht, die Mithilfe der Bürger und Bürgerinnen ist gefragt, Verstöße gegen Corona aufzuspüren. Ein Formular der Stadt Essen ist online. Ein Klick hier, und Sie können gleich mal Ihrem Kontrahenten eins auswischen oder den Behörden bei der Nachverfolgung von Quarantäne-Sündern unter die Arme greifen, je nachdem wie Sie dazu stehen. Das ist wirklich eine neue Qualität der Bürgerüberwachung. Digitalisierung macht’s möglich, von der Couch aus aktiv zu werden. Um keine Gerüchte zu schüren, habe ich das Formular extra gespeichert und zur Einsichtnahme hier platziert.

Auf Twitter äußert sich die Stadt Essen wie folgt dazu:

Und vergessen Sie nicht, Fotos vom Verstoß hochzuladen. Mit Smart Phone ist jeder dafür gut gerüstet. Die Hochladefunktion ist als Pflichtfeld mit * markiert. Insofern ist die Frage, ob Sie Fotos zu dem Verstoß hochladen möchten, nicht optional. Die Angabe Ihrer Kontaktdaten ist es dagegen schon. Das digitale Werkzeug für alle sich berufen fühlenden Blockwarte und inoffiziellen Mitarbeiter steht hiermit online zur Verfügung.

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Der Untergang

Der Kahn gluckert einfach ab. Ich sehe mit einer Hand an einer Schiffsplanke aus der Ferne zu, wie der Medientanker im Ozean versinkt. Auch ich war damit unterwegs und jagte neuen Techniktrends nach. Fachlich versiert und spezialisiert ging ich an Themen ran.

Und jetzt treibe ich hier im Meer herum. Immerhin kann ich schwimmen, was der versinkende Koloss da drüben nicht mehr kann. Wer kennt nicht den Roman „Die Unperfekten“, eine Geschichte über den Niedergang einer altehrwürdigen Zeitung. Darin steht alles, was gerade passiert. Wellen schlagen über der Untergangsstelle zusammen.

Die See schwankt hin und her. Ruhige Dünung breitet sich aus. Strömung trägt mich samt Schiffsplanke fort. Die Reise kann spannend werden. Wer eine Wende durchlebt hat, übersteht auch die nächste. „Das wird schon“, mache ich mir Mut und strample auch nicht gegen Widerstände an. Smarter Energieeinsatz ist gefragt, wenn die Strecke lang ist und die kann sehr lang werden, unvorstellbar lang, bis ich mal wieder Land betreten kann.

Ich freue mich auf eine Insel. Inseln sind begrenzt, d.h. nicht nur ihre Zahl. Fläche und Beschaffenheit sind unterschiedlich. Sie weisen mehr oder weniger Erkundungsrouten auf. Eine Passfahrt durch verschiedene Vegetationsstufen lenkt vom täglichen Treiben ab und nährt die Zuversicht, ein Fleckchen Land für sich zu entdecken.

Genug ist genug

Der Film Das Boot von Wolfgang Petersen ist einmalig. Er ist authentisch und gibt ein realistisches Abbild vom U-Boot-Einsatz im zweiten Weltkrieg. Die achtteilige Sky-Serie mit gleichnamigen Titel, die mittlerweile auch im ZDF ausgestrahlt wurde, verfremdet indes. Eingebaute Szenarien weisen auf die Sicht von heute hin. Der zweite Weltkrieg dient dabei als Kulisse. Als ob dieser an sich nicht schon grausam genug wäre, treiben Gewalt, Sex und Drogensucht das Ganze auf die Spitze. Eine Mischung aus Hollywood und Thriller sorgt für Spannung, um im Bann zu halten. Die Authentizität des Geschehens bleibt dabei auf der Strecke.

Sowohl die Resistance in Frankreich als auch die geheime U-Boot-Mission sind hier Ausdruck einer erdachten Geschichte, die das wirklich historische Geschehen nahezu ausblenden. Bücher zum französischen Widerstand geben ein anderes Bild ab. Eine morphiumabhängige und lesbische Kämpferin in den Mittelpunkt zu stellen, ist ein gewagtes Unterfangen und wird den Beteiligten von damals nicht gerecht. Eine Meuterei auf einem deutschen U-Boot ist ebenfalls eine Zumutung und erinnert an Piratenfilme und den Klassiker Meuterei auf der Bounty. Der Film Crimson Tide bietet die Steilvorlage für Befehlskonflikte und die technischen Ausfallprobleme im Boot. Die Absurditäten steigern sich von Folge zur Folge. Eine Fortsetzung ist geplant.

Das Geschehen an Land startet durchaus in einem für die damaligen Verhältnisse vorstellbaren Rahmen. Eine verbotene Beziehung und die Konflikte in diesem Kontext erscheinen nachvollziehbar. Doch die konstruierte Verbindung der Schwester des Funkmaat Strasser zur Widerstandskämpferin Carla Monroe lässt das Ganze aus dem Geleise kommen und deutet ganz klar auf die gegenwärtige Vorstellungswelt der Filmemacher hin. Was hätte wohl Lothar-Günther Buchheim dazu gesagt, was für eine übersteigerte Thrillerstory diese aus seinem historischen Filmstoff konstruiert haben.

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