Aktenzeichen XY

Wer hätte das gedacht, die Mithilfe der Bürger und Bürgerinnen ist gefragt, Verstöße gegen Corona aufzuspüren. Ein Formular der Stadt Essen ist online. Ein Klick hier, und Sie können gleich mal Ihrem Kontrahenten eins auswischen oder den Behörden bei der Nachverfolgung von Quarantäne-Sündern unter die Arme greifen, je nachdem wie Sie dazu stehen. Das ist wirklich eine neue Qualität der Bürgerüberwachung. Digitalisierung macht’s möglich, von der Couch aus aktiv zu werden. Um keine Gerüchte zu schüren, habe ich das Formular extra gespeichert und zur Einsichtnahme hier platziert.

Auf Twitter äußert sich die Stadt Essen wie folgt dazu:

Und vergessen Sie nicht, Fotos vom Verstoß hochzuladen. Mit Smart Phone ist jeder dafür gut gerüstet. Die Hochladefunktion ist als Pflichtfeld mit * markiert. Insofern ist die Frage, ob Sie Fotos zu dem Verstoß hochladen möchten, nicht optional. Die Angabe Ihrer Kontaktdaten ist es dagegen schon. Das digitale Werkzeug für alle sich berufen fühlenden Blockwarte und inoffiziellen Mitarbeiter steht hiermit online zur Verfügung.

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Impfstoffkapriolen

Noch weit entfernt vom Ziel, und schon tobt der Sturm um eine Impfpflicht. „Ich bin kein Arzt, der das empfiehlt“, sagt wohlmöglich mein Arzt. Doch schaden kann es nicht. So halte ich es mit der Grippeimpfung und war letzten Dezember in Thailand dennoch richtig krank. Diagnose Influenza nach Blutuntersuchung und Abstrich. Zum Glück war es keine Malaria oder etwas ähnlich Unangenehmes, was in warmen Regionen der Erde so auftritt.

Bestimmte Impfungen sind ratsam, weil sie wirklich Schlimmes verhindern oder eindämmen können. Andere Maßnahmen wie etwa die medikamentöse Malaria-Prophylaxe ist ein heikles Thema. Je nach Wirkstoff kann sie mit erheblichen Nebenwirkungen einhergehen. Ein genauer Blick in die Region hilft, die Lage einzuschätzen. Gewisse Vorsichtsmaßnahmen (Netze, Bekleidung) eignen sich in jedem Fall.

Gleiches gilt für das Immunsystem, das Virenangriffe vereitelt und bekämpft. Es ist auch die stärkste Waffe gegen Corona jeder Art. Eine Impfung, wenn möglich, hilft und dämpft. Ein schwaches Immunsystem ist jedoch immer ein Einfallstor für Krankheiten und das nicht nur für COVID 19.

Gegen die Zeit

Die Zeit scheint sich gegen einen zu sträuben. Die Vergangenheit will nicht verändert werden, ist ein Satz im Buch Der Anschlag von Stephen King. Krankheit stellt sich George Amberson in den Weg, als er Geschicke in der Vergangenheit zum Guten wenden will. Ob das für die Gegenwart und Zukunft gleichfalls gilt, frage ich mich darauf. Der Körper zeigt Symptome, wenn sich was im Inneren aus Furcht oder Angst gegen eine Handlung sträubt.

Die Angst ist ein Instrument, Starre zu erzeugen. Wie gefährlich ist COVID 19 wirklich? Herdenimmunität hat es zur Zeit der Pocken nicht gegeben, weil sie den unwiderruflichen Tod zur Folge hatten. Es gab nur das Eindämmen und Abgrenzen. Für Viren gibt es das Aushungern. Voraussetzung ist, den Fettstoffwechsel in Gang zu bringen bzw. auf Touren zu halten. Darauf verweisen Mediziner und Wissenschaftler.

Wenn Nudeln gehortet werden, sollten diese nicht nur gegessen, sondern auch dementsprechend verbrannt werden, lässt sich der Schluss ziehen. Das klingt vermutlich keineswegs attraktiv. Starre und Abwarten aus Angst vor Corona sind schmerzfreier und lassen sich besser vermitteln. Solch einen Eindruck vermittelt zumindest bis auf Ausnahmen das weltweite Handlungsspektrum der Staaten. Das ist wie ein alles umspannender Nebel. Wer den Nebel der üblichen Berichterstattung etwas lichten möchte, findet auf swprs.org sehr gute Anregungen. Mein Dank gilt allen, die der Corona-Pandemie mit Augenmaß und Sachverstand entgegen treten!

Die neue Corona-Normalität

Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) geht deutschen Medienberichten zufolge davon aus, dass die Coronavirus-Pandemie die Gesellschaft noch für lange Zeit prägen werde. „Wir müssen eine neue Normalität entwickeln, die uns viele Monate und wahrscheinlich bis ins neue Jahr hinein begleiten wird“, sagte Scholz bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in Berlin. Solange es keinen Impfstoff gebe, müsse sich die Gesellschaft so organisieren, dass eine Kontrolle des Infektionsgeschehens und ein gutes wirtschaftliches und soziales Leben gleichzeitig möglich seien.

Die Diskussion um eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften vermittelt den Eindruck, dass dieser neuen Normalität Genüge getan ist, wenn diese Pflicht kommt. Zusammen mit einer App sind alle dann sicher vor nächsten drohenden Wellen. Das Immunsystem erfreut sich vor diesem Hintergrund keiner großen Beachtung und bleibt Fachleuten vorbehalten. Sich gegen COVID-19 mittels Bewegung und Ernährung fit zu machen, ist im Lockdown wenig trendig. Die Angst vorm Virus ist so groß, dass Bier und Korn aus dem Supermarkt als Trost in der neuen Corona-Normalität reißenden Absatz finden. Auch der Tabakkonsum bleibt en vogue, dem Virus ein Einfallstor zu ebnen. Und die Schweden stehen am Pranger, weil sie anders agieren. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier beziffert derweil den Bedarf mit bis zu zwölf Milliarden Schutzmasken pro Jahr. Dass Vorsorge und ein intaktes Immunsystem besser schützen als solche Masken, bleibt im Dunkeln. Dann lieber mit der Herdenimmunität die Panik schüren.