In sozialen Medien daheim

„Suschäll Media“, denke ich und lehne mich entspannt lächelnd zurück. Der Erfolgs-Burner. Noch so ein Anglizismus oder sollte ich besser daraus Success-Burner machen? Hm, gute Frage. Was das auch immer heißen mag? Erfolg kommt vom Verb erfolgen. Englisch heißt Erfolg Success. Success geht auf das lateinische Verbum succedere zurück und bedeutet passieren, vorkommen, geschehen. Wirkt es in dieser Bedeutung weitestgehend neutral, mischt sich in die Substantive Erfolg und Success ein positiver Grundton.

Der Burner steht in diesem Kontext als Untermalung für Spitzenerfolge. Feuer und Flamme drücken Begeisterung aus. Der wirklich große spürbare Erfolg ist das Ziel. Der Durchbruch von der grauen Maus zum farbigenprächtigen Schmetterling bzw. leuchtenden Stern im Universum. Kleine Schritte und Veränderungen nimmt doch keiner wahr. Wer möchte solch farbloses Allerlei teilen. Keiner schaut hin.

Wer die hitzige Flamme des Erfolges spüren möchte, schaffe sich ein Publikum bzw. eine Community in sozialen Medien, die in den letzten Jahren der digitalen Vernetzung zum Maß aller Dinge geworden sind. Likes, Shit Storms, Follower sind Worte, die sich in Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram wie ein Lauffeuer ausbreiteten. „Hier bin ich daheim. Hier darf ich’s sein“, erfüllt den Wunsch nach Akzeptanz. Die Stammeszugehörigkeit der Menschheitsgeschichte zieht digital ihre Bahnen.

Wohin ich gehöre, sagen mir digitale Follower und Freunde. Manche darunter kenne ich real. Doch realer Kontakt verschwimmt im Datenozean da draußen. Dieser Ozean ist riesig und global. Wer die Insel der Glückseligen darin findet, erhält millionenfache Aufmerksamkeit. Solche Sterne leuchten hell voran. Wer möchte nicht in ihrem Lichtstrahl ebenfalls fündig werden? Also Kurs aufnehmen und in „Suschäll Media“ glücklich werden.

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